Teil eines Werkes 
4. Bd. (1870)
Entstehung
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280 Sechsundvierzigſtes Kapitel.

gleiten, laſſe ihm überhaupt ſeinen freien Willen ſo largement, als er es von einer vernünftigen Frau nur verlangen kann. Ob es für ihn behaglich iſt, daß gerade ich ſeine Frau gewor⸗ den bin, will ich nicht behaupten, verſchweige ihm das auch nicht bei den häufigen peinlichen Seenen, die er mir macht, und nahm noch bei meiner Abreiſe vor ein paar Tagen Ver⸗ anlaſſung, von ihm mit dem großen Worte zu ſcheiden: Tu l'as voulu, Georges Dandin!

Blanda Freiberg aber ſchrieb an ihre Freundin:

Ich habe es in dieſem Frühjahre trotz alledem durchgeſetzt, daß mich Erich mit auf das alte Förſterhaus nehmen mußte, in deſſen Nähe er großartige Sägemühlen anlegt, ja, ich habe nicht eine meiner Frauen mitgenommen, um ſo recht mit ihm den ſtillen Aufenthalt, in unſerem herrlichen heiligen Walde genießen zu können. Dabei iſt er wahrhaft komiſch in ſeiner rührenden Sorgfalt, wenn ich mit ihm durch Dick und Dünn reite, auch bei beſchwerlichen Wanderungen durch unwegſame Gründe, die er zu machen hat und wobei ich ihn ſo gern begleite, oder wenn uns ein trüber Regentag in die engen Zimmer bannt, und ich mir alsdann ein Vergnügen daraus mache, für unſeren kleinen Mittagstiſch ſelbſt zu ſorgen. Könnteſt du von Deinem elegan⸗ ten Baden das nur einmal mit anſehen, gewiß, Du würdeſt lachen, wenn Du die ernſte Miene ſäheſt, mit der Erich meine feinen, weißen Hände betrachtet, oder ihn hören, wenn er ſo recht kummervoll mit einem tiefen Seufzer ſagt: Du haſt es gewollt, mein liebes Herz!

Ja, ich habe es gewollt, ich ſehe dadurch meine ſüßeſten Wünſche in Erfüllung gehen und bin ſo glücklich geworden, wie ich nie, nie hoffen konnte, es zu werden!

Ende.