Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
Ihn hatte dieſes Wiederſehen in der That furchtbar er⸗ regt, das gelblich unangenehme Geſicht hatte ihn mit verbiſſener Wuth und dabei wieder ſo höhniſch lächelnd angeblickt. Wie war es doch ſo traurig, daß er immer wieder und wieder mit dieſem zuſammentreffen mußte, und jetzt in Verhältniſſen, die ihn fürchten ließen. Er fühlte es tief, wenn ihm je eine trau⸗ rige, unheilvolle Kataſtrophe bevorſtand, ſo mußte ſie durch dieſen kommen, durch dieſen herbeigeführt werden, und er, Erich, mußte unterliegen bei der hohen Stellung und der Macht des Anderen
Nach dem rſche einer guten Stunde hatten ſie, be⸗ ſtändig abwärts ſteigend, die breite Landſtraße im Thale wie⸗ der erreicht und dann eine vierfache Allee hoher Platanen, die ſie an zierlichen Landhäuſern, ſowie an entfernter liegenden großartigen Fabrikgebäuden vorüberführte; dann durchſchritten ſie eine kleine Vorſtadt, kamen durch Parkanlagen auf einen großen, breiten, links mit Bäumen bepflanzten Platz, in deſſen Mitte ſich eine kolbſſale, bronzene Reiterſtatue befand, und er⸗ reichten endlich die Thorwache, wo ſie ſich bei dem Wacht⸗ habenden nach ihrem Beſtimmungsorte erkundigten. Erich hatte nicht ſehr weit mehr zu gehen, da ſich die Caſerne der reiten⸗
den Artillerie ſeitwärts von dem eben erwähnten großen Platze
befand, wogegen Schmoller die ganze Stadt durchſchreiten mußte, um zu einer jener kleinen, außerhalb liegenden Fe⸗ ſtungen zu gelangen, wo ſich ſeine Compagnie befand und wo ihn, wie er ſeufzend ſagte, wahrſcheinlich ein ſehr langweiliges
Kloſterleben erwartete.


