Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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220 Vierundzwanzigſtes Kapitel.

und deßhalb auch ſo langſam und träumeriſch durch die Stra⸗ ßen geſchlichen. So weit wäre alles gut gegangen und der Brigade⸗Adjutant, der kein böſer2 denſch war, hatte, wie er gern in Momenten des Erſtaunens zu thun pflegte, die Hände kreuz⸗ weiſe auf ſeinen dünnen Leib über einander gelegt und ſchaute nun den Oberſten mit einem Geſichte an, welches je nach Um⸗ ſtänden eben ſo eines gemüthlichen Lächelns als eines finſteren Grolles fähig war. Doch ſchien ein paar Secunden lang die Gemüthlichkeit die Oberhand gewinnen zu wollen, denn der Oberſt brummte etwas vor ſich hin von verfluchten Kerls, von allerdings ſehr unüberlegten und dummen Streichen, die er aber verzeihen köͤnne, wenn nichts Gemeines und Schlechtes mit unterliefe und wenn kein Frevel geſchehe gegen allerhöchſte An⸗ ordnungen ſeiner Majeſtät des Königs— bei den letzten Worten lüftete er wie gewöhnlich ſeinen Federhut, nach irgend etwas Unſichtbarem hinſalutirend.

„Aberrrrr, hören Sie, Herr Hauptmann von Lindenbaum,“ ſchrie er auf einmal mit erneuerter Wuth, ick globe, dieſe Ge⸗ ſchichte verwickelt ſich doch auf's Standrechtliche! Schauen Sie mir einmal den Säbel dieſes nichtsnutzigen Flederwiſchs an! Bin ick blind geworden, oder ſehe ick mit meinen beiden er⸗ ſtaunten Augen, dat dieſe Creatur, die ohnedies mit keinem Säbel geſchmückt ſein ſollte, gar das Porte⸗épée der Avan⸗ cirten trägt— ſehe ick in der That recht, Herr Hauptmann von Lindenbaum? Bitte, unterſtützen Sie meine ſchwachen Augen, denn ick möchte mir, was dieſes anbelangt, nich irren!“

„Es iſt ſo, Herr Oberſt,“ antwortete der Brigade⸗Adjutant förmlich ſchaudernd.

„Und nun, he, und nun, Er Millionenhund von einem