Erich kommt ins Unglück. 217
knirſchend, ſich unmuthig ſchüttelnd, die linke Hand krampfhaft um den Griff des Säbels geballt; dann kam er über einen kleinen, aber belebten Platz, dann an einem Hauſe vorbei, vor dem eine Schildwache auf und ab ging, die er auch nur wie im Traume ſah, dann fühlte er, daß Jemand auf ihn zutrat, dann hörte er die barſche Anrede:„Na, dat muß ick ſagen, et könnte mir mit demſelben Effect ein Todter auf der Straße begegnen, als der da!— Herr Hauptmann von Lindenbaum globen Sie mir, wir ſtoßen da auf eene ganz unerhörte, präch⸗ tige Geſchichte!“
Erich, auf dieſe Weiſe fura aus ſeinen Träume⸗ reien aufgerüttelt, hatte emporſchauend den Oberſten erkannt, welcher breit vor ihm ſtand, die rechte Hand in die Seite ge⸗ ſtemmt, mit der Linken unmuthig den Säbel ſchüttelnd. „Sehen Sie niir dieſen Mann an,“ brüllte er über den Platz hinweg, d
aß die Leute erſtaunt ſtehen blieben, Andere hin⸗ überſchauten.„Die e ſelbigen Mann, einen? Brigadeſchüler, habe
ich geſtern Abend für drei Tage aufs Holz commandirt und finde ihn nun hier auf der Gaſſe in frecher Weiſe vor dem Hauſe ſeines Oberſten herumſtreichend! Wenn dat nit en Freſſen für dat Standrecht iſt, ſo ſoll mich ſelbſt gleich en Millionen Schock..— na, wir wollen nit fluchen— ſage Er, Menſch, wat hat Er mir zu antworten?“
Das war nun allerdings eine böſe Frage, und Erich that das Klügſte, was er thun konnte, nämlich ſtill zu ſtehen, ohne daß ein Muskel in ſeinem Geſichte zuckte, und den Oberſten anzuſchauen. Die Bläſſe ſeines Geſichts, ſowie die unverkenn⸗ bare Beſtürzung, in der er ſich befand, machten die Hand des
Oberſten ſinken, der dieſe ſchon erhoben hatte, um den Frevler


