198 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
allein getroffen hat, ſondern auch einen Gaſt, den ich mitge⸗ bracht, mit dem ich gaſtfrei, wie die Araber, Lager und Gezelt theilen wollte, ein Vergnügen, deſſen ihr Murmelthiere mich nun allerdings zur Schande der Menſchheit beraubtet! Machen wir indeſſen Licht und ſehen wir, wie wir uns helfen können.“
Bei dem Scheine der nun wieder angezündeten Talgkerze ſah man allerdings eine gräuliche Verwüſtung, und der Bom⸗ bardier war kaum im Stande, aus dem Wirrwarr von Stroh⸗ ſack, Matratze, ein nothdürftiges Lager herzuſtellen; endlich aber gelang ihm dies dennoch, indem er die Mäntel ſämmtlicher Attentäter in Anſpruch nahm, welche, aus ihren Betten heraus grinſend, nichts dagegen einzuwenden wagten, denn Schmoller obgleich ſcheinbar ganz guter Laune, machte doch höchſt excen⸗ triſche Bewegungen und that, wenn Einer gar zu laut kicherte, verdächtige Griffe nach einem Schemelbeine oder einem Stiefel⸗ knechte.
Darauf war die Ruhe ziemlich wieder hergeſtellt, und als einige Stunden darauf das falbe Licht des ſpäten Herbſttages aufzudämmern begann, erklang ein beruhigendes, vielſtimmiges Schnarchen durch das Zimmer.
Das nun ſpäter erfolgende Lever zu beſchreiben, halten wir für überflüſſig, können aber nicht verſchweigen, daß das Er⸗ ſtaunen der Stubengeſellſchaft kein kleines war, als man nun Erich Freiberg erkannte, der nach allen menſchlichen Berechnun⸗ gen in den Hallen des heiligen Auguſtin hätte ſein ſollen, und als auch der junge Flattich die ſurchtbar zerriſſene Hoſe des Bombardiers hervorbrachte; doch componirte Schmoller einen artigen kleinen Roman über die Begebenheiten der vergangenen


