196 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
Stube Schmoller's, welche dieſer alsdann ſo leiſe als möglich öffnete,
Wie behaglich ſchlug ihnen hier der angenehme, warme Dunſt entgegen, wobei das ſanfte Schnarchen der drei Bewoh ner etwas Nervenberuhigendes hatte. 3
„Wenn ſich die Kerle nur nicht verſtellen!“ flüſterte Schmol— ler, indem er, in die Luft ſchnüffelnd, hinzuſetzte:„Es iſt gerade, als hätten ſie eben erſt ihre übelriechende Talgkerze ausgeblaſen; nun, meinetwegen, ſie ſollen mich— kennen lernen. Komm — ganz leiſe, hier ſind wir an meinem Bette, mich fröſtelt wie einen Hund. Verflucht, das Ausziehen macht mir keine Mühe, ich könnte mit beiden Beinen hinten'raus, und es war meine neue Hoſe! So, jetzt will ich zuerſt hinein, Warte einen Augenblick, bis ich liege.— Himmel⸗Stern⸗ Sakerment, was iſt denn das? O— o—oh, wollt ihr Kame....
Doch weiter vernahm man nichts mehr von ſeinen Worten, weil alles Uebrige von einem furchtbaren Gepolter verſchlungen wurde; es krachte und rutſchte, es ſchlug dumpf auf dem Bo⸗ den auf, dann klirrte es, wie von einer zerbrochenen Waſchüſ⸗ ſel, und zwiſchen Kichern und Lachen aus den andern Betten heraus vernahm man die ruhige Stimme des Unterofficiers Block, welche ſagte:
„Höre, Schmoller, Alles hat ſeine Zeit, du hätteſt dein Manoeuvre de force bis morgen aufſparen können; halte dich
ruhig, Kameel, wir wollen ſchlafen!“


