Geſellſchaftliche Verpflichtungen Schmoller's 191
Säbel und meine Brieftaſche liegen laſſen— da wollte ich doch gleich, daß ein Stern⸗Kreuz⸗Tauſend⸗Schock⸗Donnerwetter drein ſchlüge! Kann man ſolches Pech haben! Und verletzt bin ich auch!“ rief er nach einer Pauſe im Tone des höchſten Schreckens; es brennt mich da hinten ganz teufelsmäßig, ja, es iſt richtig, ich blute.“
„Und doch bei allem Unglücke,“ ſagte er nach einer ſorg— fältigen Viſitation,„ein eigentlich unverdientes Glück. Ich ſchaudere, wenn ich daran denke, was mir hätte geſchehen können, wenn ich tiefer in dieſen verfluchten Fleiſchhaken hineingeſprungen wäre; das ſoll mir eine Lehre ſein— wahrhaftig, ich ſchaudere!“
Was war nun weiter zu thun? In den Hof zurückkehren und den Verſuch machen, Liſette zu ſprechen, um ſeinen Säbel und ſeine Brieftaſche wieder zu erlangen, wäre Vermeſſenheit geweſen, denn als er ſich leiſe der Thür in der Hofmauer näherte und dort lauſchte, vernahm er ziemlich laute Stimmen, die in einer nichts weniger als freundſchaftlichen Unterhaltung begriffen ſchienen. Er mußte die Embleme ſeines Standes, er mußte ſeine Liebe im Stiche laſſen, und wer ihn ſo hätte dahinwandeln ſehen im langſamſten Schritte, der Caſerne zu, mit der linken Hand die gefährliche Blöße deckend, die Rechte geballt und ſie zuweilen in zornigem Selbſtgeſpräche in die Höhe hebend, der hätte nicht geglaubt, daß es derſelbe Bom— bardier Schmoller wäre, der vor einer Stunde ſiegesbewußt dahingezogen war, um ſeinen geſellſchaftlichen Verpflichtungen nachzukommen.
Und wohin ſollte er ſich wenden bei dieſer herbſtlich rauhen Nacht? Fürchtete er ſich doch vor ſeiner Stube, da er überzeugt war, der Unterofficier Block habe noch Licht und freue ſich jetzt
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