Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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10 Vierzehntes Kapitel.

auch nicht die Wunder des Märchens; alles dies war Wirklich⸗ keit, aber eine prachtvolle Wirklichkeit. Bemerkte er doch unter den Perſonen, die ſich in dem Saale theils zu Zwei oder Drei auf und ab bewegten, oder in Gruppen bei einander ſtanden, militäriſche Uniformen, wie er ſie von früher her wohl kannte und wie er ſie neulich noch bei dem Manböver geſehen. Ja, da waren Artillerie und Cavallerie⸗Officiere, unter den letzteren auch von jenen rothen Huſaren, welche die Batterie hatten überfallen wollen; und das allein war ihm unangenehm und drückte ihm das Herz zuſammen, nicht die Furcht, jenem übermüthigen Offi⸗ cier wieder begegnen zu müſſen, der ihm ſchon einmal mit kör⸗ perlichen Mißhandlung gedroht.

Vor all dem Glanze, welcher Erich umgab und den er mit dem höchſten Intereſſe anſchaute, kam er indeſſen nicht da⸗ zu, ſeinen trüben Träumen weiter nachzuhangen, ja, Alles hier

erſchien ihm ſo fremdartig und dann wieder ſo ſchön, daß es ihm oft vorkam, als ſei er, durch den Lichterglanz angezogen, freiwillig aus dem dunklen Walde hieher gekommen, um ſich dieſe Herrlichkeiten einer für ihn noch bisher unbekannten Welt in der Nähe anzuſchauen. Doch riß es ihn bald wieder in die rauhe Wirklichkeit zurück.

Unter lautem Lachen und Plaudern näherten ſich jetzt einige junge Leute, faſt alle Officiere, der weit geöffneten Flügelthür, und Erich, welcher an der Spitze derſelben jenen Officier er⸗ kannte, dem zu begegnen ihm auch in dieſem Augenblicke ein faſt unerklärliches Gefühl von Haß und Bitterkeit erzeugte, wandte ſich raſch, um, hinter den Springbrunnen tretend, viel⸗ leicht von jener ausgelaſſenen Truppe ungeſehen zu bleiben. Umſonſt hier vertrat ihm der Revierförſter Ketteler den Weg,