Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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4 Vierzehntes Kapitel.

der ihm zum Aufenthalte diente! Erſt als er aufwärts blickend eine zweifelhafte Helle durch das Fenſter hoch an der Decke eindringen ſah, erkannte er nach und nach ſeine Umgebung wieder. Ja, er hatte lange geſchlafen; doch hatte ihn dieſer Schlaf nicht erquickt, oder war es auch wohl das Gefühl von Hunger und Kälte, was ihn in eine weit unbehaglichere, weit unglücklichere Stimmung verſetzte?

Was hatte man mit ihm vor? War es doch bereits Abend geworden und Niemand kümmerte ſich um ihn abſichtlich, oder hatte man ihn vergeſſen?

Er ging nach der Thür; er wußte, daß dieſelbe verſchloſſen und verriegelt worden war. Er legte das Ohr an das Schlüſſel⸗ loch. Ein kalter Wind drang ihm durch dasſelbe entgegen, doch vernahm er nicht das Geringſte, keinen Laut einer menſch⸗ lichen Stimme. Wenn er die Holzpritſche aufrichten und dann hinaufklettern konnte, ſo war es ihm vielleicht möglich, durch das Fenſter ins Freie zu ſehen; das verſuchte er, und es ge⸗ lang ihm. Er hatte dabei auch an die Möglichkeit gedacht, durch das Fenſter entfliehen zu können, doch war dasſelbe mit dicken eiſernen Stangen verſehen. Auch war es draußen ſchon zu dunkel, als daß er hätte viel unterſcheiden können. Was er vor ſich ſah, waren Bäume und Raſenplätze, hinter denen ein ſanft anſteigendes Terrain begann, welches aber mit Wald ge⸗ krönt ſein mußte, denn er bemerkte den helleren Himmel hinter einer bewegten dunkeln Linie, die wahrſcheinlich von der Krone alter Bäume gebildet war und auch das hätte er nicht be⸗

merken können ohne einen ſchwachen Schein am Himmel, mit dem ſich der aufſteigende Mond verkündete. Er ſtieg von der Holzpritſche wieder herab und begann abermals, das Gemach