Vierzehntes Kapitel.
zsſchild. hin und her bewegten. Dabei vernahm er öfter das Rauſchen dieſes Windes, und dann dachte er an die Waldſtim⸗ men verſchiedenſter Art, die er heute Morgen an der Seite des jungen Forſtmannes vernommen, ehe dieſer den ſtarken Hirſch geſchoſſen, und wenn er in dieſen Erinnerungen raſcher auf und ab ging und ſeine Schritte ſo hohl durch den gewölbten Raum klangen, ſo konnte er ſich nicht enthalten, lebhaft an Gottfried zu denken ſo wie an die anderen Leute von der Mühle, die gewiß emſig nach ihm den Wald durchſtreiften, deren Fußtritte durch das dürre Laub rauſchten, deren wieder⸗ hallende Stimmen ſeinen Namen riefen. Die Sorge, was der Doctor Burbus und die Anderen von ſeinem plötzlichen Verſchwinden mit Gottfried's Jagdjuppe und Gewehr denken mochten, machte ihm viel mehr zu ſchaffen, als ſeine eigene Gefangenſchaft hier auf dem Schloſſe des Grafen Seefeld; denn wenn ihm auch der feine, geſchniegelte Herr, zu dem er heute Morgen geführt worden war, der Secretär Renaud nämlich, von ſeinem Vergehen— wenn es überhaupt ein Vergehen zu nennen war, daß er einen auf diesſeitigem Revier angeſchoſſenen Hirſch auf jenſeitigem hatte ſuchen helfen— als von einem ſchweren Verbrechen geſprochen, ſo wußte er ja ſelbſt am beſten, daß er nicht im entfernteſten daran gedacht, einen Jagdfrevel zu begehen, und daß ſelbſt jene Zeit, wo man Wilddiebe gröbſter Art auf Hirſche geſchmiedet und dergleichen furchtbare Strafen über ſie verhängt, längſt vorüber war.
Nur wenn er an jenen jungen Officier von den Huſaren dachte, jenen Grafen Seefeld, der ihn droben beim Meilenſteine mit ſo gehäſſigen Blicken betrachtet und der ja ebenfalls hätte anweſend ſein können, dann ſtieg der Gedanke in ihm auf, wie
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