Teil eines Werkes 
1. Bd. (1870)
Entstehung
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270 Dreizehntes Kapitel.

eigentlich erzählte, ſind wir nicht genau anzugeben im Stande, können nur ſo viel ſagen, daß ſeine Nachbarn ſo wie auch ſeine Gegenüber in ganz andere Geſpräche verwickelt waren, wenn dieſelben überhaupt ſprachen oder ſich nicht, wie der dicke Hauptmann von der Infanterie, mit aller Andacht dem Eſſen und Trinken hingaben. Dabei liebte es derſelbe, kleine Brodkügelchen zu drehen und ſie jedes Mal, ſo oft er ein Glas geleert hatte, alsdann in zierlichen Haufen vor ſich auf⸗ zuſtellen, welcher Kugelhaufen ſich in gleichem Maßſtabe ver⸗ größerte, in welchem ſich ſeine Naſe zu röthen begann.

Der Graf hatte in der Mitte an einer der Langſeiten der Tafel neben dem commandirenden General Platz genommen, während ihm die Gräfin gegenüber ſaß, um ſo ihren ſämmt⸗ lichen Gäſten näher zu ſein, wogegen Graf Dagobert ſich am oberen Ende des Tiſches befand, ſo wie Herr Renaud am unteren, letzterer hier gewiſſer Maßen den Dienſt überwachend; doch ging dieſer leicht, gewandt und geräuſchlos von Statten, wie das Herkommen in einem guten Hauſe iſt. Da vernahm man kein Klappern der Teller, kein Aneinanderklingen der ſchweren ſilbernen Beſtecke, keinen Fußtritt der aufwartenden Lakaien, alle ſchoſſen gewandt umher, aber wie körperloſe Geiſter, von dem Haushofmeiſter, der unter der Thür des Vor⸗ ſaales ſtand, mit Blicken regiert.

Am lebhafteſten unter den Gäſten ging es auf der Seite zu, wo Dagobert, umgeben von jungen Cavallerie⸗Officieren, ſaß, und dorthin wendete ſich auch häufig der alte Graf Seefeld ſo wie die ſchöne Herrin des Hauſes mit einem freund⸗ lichen Blicke oder Lächeln, ſo wie auch mit erhobenem Glaſe gegen dieſen oder jenen genauen Bekannten des Hauſes.