Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Stroband trat zum Fenſter und blickte dankend hinauf zum Sternenhimmel, wo der Allgütige thront, der des Grei⸗ ſes letzten Wunſch ſo unerwartet erfüllt hatte.

Bald darauf hörte er den Hufſchlag der beiden Roſſe, auf denen Henning und der Diener über den menſchenleeren Marktplatz dem Georgenthore zuſprengten.

Vier Wochen waren ſeitdem vergangen. Stroband konnte trotz des herrlichen Frühlingswetters ſein Gemach nicht mehr verlaſſen; mit ſchnellen Schritten eilten ſeine letzten Kräfte von dannen. Er ſelber erwartete in heiterer Ruhe ſein letz⸗ tes Stündlein, auf welches er ſich in jeder Beziehung würdig vorbereitet hatte. 4

In der Frühe eines ſchönen Maimorgens erweckte ihn ein ungewöhnliches, unheimliches Tönen aus ſeinem leiſen Schlummer. Mit bangem Schrecken erhob er ſich und lauſchte. Er täuſchte ſich nicht; die Armeſünder⸗Glocke ließ ihren ein⸗ förmigen, ſchrillenden Ruf vernehmen, die Leute auffordernd zum Gebet für die Seele eines Unglücklichen, den man eben zum Richtplatz führte, wo er den irdiſchen Lohn ſeiner Tha⸗ ten empfangen ſollte.

Haſtig gab Stroband das Zeichen, auf welches alſobald die alte Dienerin erſchien.

— Wem gilt dies? rief er, mit der Hand auf den nahen Kirchthurm deutend, von welchem herab die traurigen Toͤne ſich hören ließen.

— Sie richten heut den Handelsmann hin, der ſich von dem ehemaligen Bürgermeiſter erkaufen ließ, den nach Prag geſandten Amtsſchreiber irre zu führen, wodurch der Herr Reinhold beinahe um ſein Leben gekommen wäre, berichtete die Frau. Man ſagt, daß Herr Reinhold ſich für ihn ver⸗ wandt habe, allein es ſollen ſo viele böſe Dinge von ihm