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Rath, daß wir gewiſſenhaft erwägen die Schuld oder Un⸗ chuld des Angeklagten und danach den Spruch fällen und ſthun, was Rechtens iſt!
Und die Richter gingen ſchweigend und ernſt hinaus, um ſich in einem dazu beſtimmten Gemach zu berathen und ihre Meinungen gegen einander abzuwägen.
Eine Zeit lang herrſchte feierliches Schweigen unter den im Sitzungsſaale Zurückgebliebenen. Endlich aber konnte es Meiſter Trennert nicht mehr mit anſehen, wie Oſtris, deſſen ſtarres, finſteres Brüten er für den Ausdruck herbſten Kummers hielt, ſo ganz allein und verlaſſen, allen Troſtes entbehrend, daſaß. Seine Gutmüthigkeit ließ ihn über frem⸗ den Schmerz ſeinen eigenen vergeſſen; er trat an Oſiris heran.
— Verſchließt Euren Gram nicht ſtill in Eure Bruſt, wo er Euch das Herz zerfrißt! ſagte er theilnehmend. Be⸗ denkt, Herr Reinhold, daß Mittheilung auch den herbſten Kummer lindert! Wo aber fändet Ihr einen beſſern Ort dazu, als an meiner Bruſt und in meiner niedern Hütte? Verlor ich doch gleich Euch an ihm, den wir beweinen, einen theuren Sohn! Kommt, laßt uns mitſammen klagen und unſern Schmerz ausweinen miteinander, daß unſer Herz ſich erleichtere! Und auch das arme Kind, die Lieſel, ſeine verlobte Braut—
— Was wollt Ihr von mir! fuhr Oſtris ſo heftig auf, daß Trennert erſchrocken zurückwich. Meint Ihr, ich würde um ſeinetwillen Alles das auf mich geladen haben, um ihn zum Chemann einer Betteldirne, zum Pferdeknecht zu machen?
— Herr— ſtammelte Trennert. Ich meinte es gut! Und Ihr— vor den Ohren des armen Mädels!
— Laß ihn, Vater! ſprach Trennerts Tochter, die unter ihren langen Wimpern hervordringenden Thränen trocknend. Laß ihn; er hat Recht! Der Peter, den wir beweinen, iſt der arme, niedere Diener, der mein Verlobter war; des rei⸗
chen Mannes Sohn, den Erben großer Reichthümer, den Die ſchwarzen Brüder. IV. 2


