Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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vor dem Hungertode bewahren. Jetzt freilich müſſen wir unſere Schuldigkeit thun und des Rathes Befehle vollziehen; doch wenn es die Bürgerſchaft einmüthig mit dem Landes⸗ herrn hält, ſo ſind wir des Kurfürſten Unterthanen wie jeder Andere! So denke ich und ich weiß, daß Ihr und noch Mancher unter uns dieſe Meinung theilt!

Unter ſolchen und ähnlichen leiſen Geſprächen langten die Stadtſöldner in ihrer Wachtſtube auf dem Rathhauſe an, wo ſie dem wachthabenden Rottmeiſter ihr Abenteuer berichteten und ihm das aus dem Waſſer gezogene Mönchs⸗ gewand übergaben, damit er die nöthige Meldung darüber mache. Nachdem dieſer ihre Erzählung angehört, rückte er einen Seſſel vor die Flamme des Kamins und breitete das Ordeskleid darüber aus, um es morgen früh ſeinen Vor⸗ geſetzten in trockenem Zuſtande zu weiterer Unterſuchung ab⸗ liefern zu können. Damit noch beſchäftigt, ſchien plötzlich etwas an dem Gewande ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich zu ziehen. Lebhaft zog er es der Flamme näher.

Ich irre nicht, ſagte er; dies Gewand trug der jüngere der beiden Franziskaner⸗Mönche, von denen Rein⸗ holds Schweſter begleitet ward, als ſie am heutigen Abend den Gefangenen beſuchte. Unzweifelhaft erkenne ich's wie⸗ der an dem verlängernden Streifen, welchen man der Ka⸗ puze angeſetzt hat und der von hellerer Farbe, als der ur⸗ ſprüngliche Stoff iſt. Dieſe ungewöhnliche Abweichung aber gewahrte ich, als ich den Dreien bei ihrem Weggehen in der erleuchteten Treppenhalle begegnete. Nun, die Entdek⸗ kung wird ſicherlich dazu dienen, das Dunkle in dieſer Be⸗ gebenheit bald aufzuklären.