Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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war. Da taumelte er zu ſeinem Lager, fiel auf ſeine Kniee und drückte ſein Antlitz in die Strohkiſſen.

Mein Gott, o mein Gott!

Krampfhaftes Schluchzen rang ſich aus ſeiner Bruſt, die heißer Schmerz durchwühlte. Er, der für Alle Troſt hatte, fand ſolchen nicht für ſich. Seine männliche Kraft hatte ihn verlaſſen; ſeine Seele war aufgelöſt in bitteres Todesweh; in immer größerer Nähe wehte der Verzweif⸗ lung eiſiger Hauch ihn an.

Mein Got,, verlaſſe mich nicht!

Wohl gegen eine Stunde währte der ſchwere Kampf. Da richtete er ſich plötzlich auf und lauſchte.

Warum, mein Herz, willſt du verzagen, Wenn dich des Kummers Drang erfüllt? Meinſt du, es werde nimmer tagen. Weil jetzt dich dunkle Nacht umhüllt? O wiſſe: nach der bangſten Noth

Bricht an der Freude Morgenroth!

Es war ein heimkehrender Fiſcherknabe, der in ſeinem Nachen auf dem Fluſſe unter Ottokars Fenſter vorüberfah⸗ rend, ſich ein frommes Lied ſang. Für Ottokar aber waren es Himmelstöne, die er hörte; als ſie verklungen, beugte er wieder ſeine Kniee, aber diesmal zum Dankgebete vor Gott. Ein linder Thränenſtrom erleichterte ſeine Bruſt und ſtiller Friede, vertrauendes Hoffen erhoben ſeine Seele.

13.

Unfern des Rathhauſes, an derBrücke bei den ſtäd⸗ tiſchen Mühlen, harrte der aus Ottokars Kerker Zuruck⸗ kehrenden der Altmeiſter Holzmüller. Als Boytin ihn ge⸗ wahrte, ließ er Bernhard mit Lisbeth langſam vorangehen und trat zu dem Altmeiſter.