Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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Anblick. Doch weil ich todt war doch ſtill, das willſt Du ja nicht hören erzähle weiter!

Es mag ſich wohl ſo zugetragen haben, wie Du ſagſt, nahm Klara wieder das Wort; denn ich erinnere mich dunkel, während jenes Zuſtandes Vieles geſehen zu haben, was meinem Gedächtniß wieder entfallen iſt.

Als ich wieder zum Bewußtſein gelangte, war es mir, als hörte ich meinen Ottokar reden. Ja, es war der wohl⸗ bekannte, liebe Ton ſeiner Stimme, den ich vernahm! Er war da, ganz in meiner Nähe ach, und ich konnte ihm nicht ſagen, daß ich noch lebe, konnte ihn nicht bitten, mich zu befreien; denn meiner Glieder war ich noch nicht mächtig!

Ich hörte, wie der Gute mich um Verzeihung bat, daß er der Helene Rycke nicht Herz und Hand bieten könne, wie ich durch jene Schrift von ihm verlangt! Ich ſollte ihm verzeihen, daß er mir ſeine Treue bewahrt, daß mir, der Tod⸗ ten, wie einſt der Lebenden, ſein Herz gehört und ewig ge⸗ hören werde! O, mein Ottokar, dieſer Stunde werde ich gedenken, wenn ich einſt vor dem Throne des Ewigen ſtehe; wird mir droben für meine vielleicht noch langen Leiden Er⸗ ſatz gewährt, ſo will ich von dem Allgütigen nur Dein Gluͤck erflehen, und die Gewährung dieſer Bitte wird mich den Seligſten beigeſellen! Bei meinem Angedenken gelobteſt Du, tugendhaft zu bleiben, damit Du mich dermaleinſt wieder⸗ ſehen dürfteſt und ich gelobte zu derſelben Stunde, daß Du Deine Klara in den Wohnungen der Seligen nicht ver⸗ geblich ſuchen ſollſt, wenn ich vor Dir von binnen ſcheide!

Gott ſegne Dich, mein Ottokar!

Als er nun den Ring wieder an meinen Finger ſteckte, als er von Neuem ſich mit mir verlobte, als ſein Herz an meiner Bruſt ſchlug, ſeine heißen Thränen meine Wangen netzten und ſeine Lippen küſſend die meinigen berührten da urplötzlich begann der Zauber zu weichen, der meinen Körper gefangen gehalten; ein warmes Leben ergoß ſich durch