Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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teramt im Zorne üben, ſo kann's wohl hin und wieder ge⸗ ſchehen, daß wir uns rächen, wo wir nur ſtrafen wollten. Und das ſei fern! Dr'um, was Ihr mir auch noch zu ſa⸗ gen habt: laßt es bis morgen; ich werde Euch dann ruhi⸗ ger anhören und das Geſagte prüfen können!

Wahrlich, mein Fürſt, dies Wort iſt Eurer werth! O, möchten's nur Alle, denen von Gott eine gleich hohe Stellung in der Welt verliehen ward, es ſo wie Ihr beher⸗ zigen; es würde dann um Vieles beſſer mit den Völkern!

Er grüßte den Fürſten durch ehrerbietige Verbeugung und verließ das Gemach. Draußen harrte ſeiner ein Page, der ihn in ein wohnliches Zimmer führte, wo ein mit Wild⸗ pret und Geflügel gut beſetzter Tiſch ſeiner harrte. Lächelnd gewahrte er ſein Schwert, das in einer Ecke des Gemachs ſtand. Den Pagen, der hinter ſeinem Stuhle Platz nahm, um ihn beim Eſſen zu bedienen, ſchickte er wieder hinweg und ließ nun ſeinen Diener Peter rufen.

Du ſollſt mir helfen, der Gaſtfreundſchaft des Kur⸗ fürſten die gebührende Ehre zu erweiſen, mein Burſche, ſagte er zu dieſem, indem er auf den Tiſch deutete. Komm, ſetze Dich zu mir; der weite Ritt wird Deinen Magen empfäng⸗ lich gemacht haben für dieſe Speiſen.

J nun, das kann ich gerade nicht leugnen, erwie⸗ derte Peter, und die Sächelchen ſind's ſchon werth, daß man ſich ihrer annimmt. Von dem, was Ihr mir übrig laßt, ſoll auch nicht ein einziger Biſſen umkommen.

So war's nicht gemeint, entgegnete Ottokar. Du ſollſt mit mir eſſen, nicht nach mir. Wir ſind ja Beide hier Gefangene, wie Du weißt, und müſſen jedes Ungemach gemeinſam tragen.

Wenn's in Pommern und Mecklenburg bekannt wird, wie der Kurfürſt ſeine Gefangenen behandelt, ſo möchte ich faſt wetten, daß das ganze feindliche Kriegsvolk alsbald die Waffen ſtreckt, verſetzte Peter, der ſich nicht lange mehr nö⸗