Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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E⸗ war in der elften Stunde, als Ottokar mit ſeinen Be⸗ gleitern am Hofe zu Spandow anlangte. Der Kurfürſt hatte Befehl ertheilt, daß man ihn benachrichtigen ſolle, ſo⸗ bald ein Bote vom Ritter Waldenfels eintreffe. Ottokar ward daher ſogleich eingelaſſen.

Der Kurfürſt empfing ihn in ſeinem Gemach.

Seid mir willkommen, Herr Syndikus! rief er ihm freundlich entgegen. Da man mir meldet, daß Ihr mein Gefangener ſeid, ſo gedenke ich Euch ſo bald nicht wieder freizugeben; doch verſpreche ich Euch ritterliche Haft!

Ihr ſeid ſtets freundlich gegen mich geſinnt, mein gnädiger Fürſt, ſprach Ottokar nach ehrfurchtsvoller Ver⸗ beugung; doch daß Ihr's auch zu dieſer Stunde ſeid, erfüllt mich mit um ſo freudigerem Muthe, je mehr ich einen üblen Empfang befürchten mußte.

Nun, ich bin froh, Euch lebend und geſund zu ſehen! nahm der Kurfürſt wieder das Wort. Wohl habt Ihr mir viel unruhige Stunden gemacht, denn herzlich leid hätt's mir um Euch gethan, wenn Ihr ein Opfer unſerer Feinde wur⸗ det; und obgleich aus Eurem Tode unſerer guten Sache Er⸗ ſprießliches erwachſen konnte, ſo wiederhole ich's doch aus aufrichtigem Herzen: ich bin wahrlich froh, daß es ſo iſt

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