der Kurfürſtlichen gefallen ſind, ſo müßten ſie ſchon wieder
zurück ſein, denn ein Kampf mit der Feldwacht, um einen Gefangenen zu machen, kann ſo lange nicht währen
— Wer kann wiſſen, ob der Syndikus zu ſolchem ſo bald Gelegenheit findet! entgegnete Stroband. Da er nicht zuerſt angreifen will, damit nicht die Schuld der ausgebro⸗ chenen Fehde auf uns geſchoben werde, ſo mag es wohl ſchwierig ſein, Erfannene zu machen. Doch ſagt, hat die Schaar etwa Fackeln mit hinausgenommen?
— Ich hörte, daß der Rottmeiſter einem Söldner be⸗ fahl, ſich mit dergleichen zu verſehen, was ich ganz löblich fand, gab Rycke zur Antwort.
— So kommen ſie jetzt; ſeht Ihr den ſchwarzen Schein zur Linken auf der Straße nach Spandow?
— Ich ſehe ihn— er nähert ſich ſchnell.
— Es muß alles ſehr glücklich abgelaufen ſein, denn wenn man ſie verfolgte, würden ſie den Feinden nicht durch das helle Licht den Weg zeigen, ſagte Stroband. Es drängt mich faſt, ihnen entgegenzueilen und den Syndikus an das Herz zu drücken.
Rycke wollte Befehl ertheilen, das Thor zu öffnen; doch Stroband hielt ihn davon zurück.
— Laßt ſie erſt herankommen und das Loſungswort ſagen, ſprach er. In Kriegszeiten muß jede nur mögliche
Vorſicht angewandt werden.
Jetzt hörte man auch das Hifthorn erſchallen, aber es war nicht der verabredete Nothruf, ſondern eine luſtige
Fanfare.
— Das bedeutet Glück und Sieg, meinte Rycke.
Bald waren ſie ſo nahe heran, daß man beim Scheine der Fackeln die Einzelnen unterſcheiden konnte.
— Sie haben wirklich einen Gefangenen gemacht! rief Stroband. Seht Ihr in ihrer Mitte den glänzenden Har⸗ niſch und den Helm mit dem Helmbuſch? Jetzt erkenne ich
Die ſchwarzen Brüder. I. 21


