Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

o. Tauſend im Walde lägen! Und doch ſoll der Kurfürſt ein gar ſtrenger Kriegsherr ſein!

Auch Ottokar fand dieſe Sorgloſtgkeit von Kriegsleuten, die faſt im Angeſichte des Feindes ſtehen, unbegreiflich.

Entweder hat man uns bemerkt ſo ſagte er bei einigem Nachdenken zu ſich ſelber und erheuchelt nur dieſe Unvorſichtigkeit, um uns deſto ſicherer in einen geſtell⸗ ten Hinterhalt zu locken; oder ſie denken an nichts weniger, als an die Einnahme der beiden Städte.

Das Letztere war zwar das Unwahrſcheinlichſte, denn was ſollten die kurfürſtlichen Reiſigen, die ſonſt in Span⸗ dow und auf dem Lande zerſtreut umherlagen, zu ſo unge⸗ wöhnlicher Zeit in der Nähe Berlins vorhaben? Dennoch wollte er bei ſeinen nun zu ergreifenden Maßregeln auch dieſen Fall nicht unberückſichtigt laſſen.

Er hatte jetzt alle ſeine Leute um ſich verſammelt.

Merket wohl auf, was ich Euch jetzt ſagen werde, redete er ſie mit leiſer, doch verſtändlicher Stimme an. Ich werde jetzt ganz allein auf jenes Wachtfeuer zureiten, wäh⸗ rend Ihr geräuſchlos an dieſer Brücke verweilt. Dabei gebt wohl Acht, was drüben geſchieht. Schlage ich die Hände an einander, ſo folgen mir nur die Bürger unter Euch lang⸗ ſam nach. Rufe ich dagegen:Berlin und Kölln, ſo ſtürzt Ihr alle unter dem gleichen Feldgeſchrei mit blanken Schwer⸗ tern herzu und bemächtigt Euch etlicher von den Reiſigen, die Ihr an die Pferde bindet und nach den Städten ſchleppt. Ertönt aber von mir der Ruf:die Kurfürſtlichen! ſo jagt im ſchnellſten Roſſeslauf an die Thore und ſagt dem Bür⸗ germeiſter und dem Stadthauptmann, ſie ſollten des Schlimm⸗ ſten gewärtig ſein. Wenn man Euch dabei verfolgt, ſo giebt der Rottmeiſter mit dem Hifthorn das Zeichen, daß man Euch ſchnell einläßt und die Feinde empfängt. Befolgt dieſe Anordnungen genau.

Der Rottmeiſtee und die Bürger wollten anfangs nicht