Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Jüdiſche Krämer. 7

etwa 18000 Röhre geſchnitten hatten, und das erſte Boot abpaſſend, das den Fluß hinaufging, riefen wir es an, brach⸗ ten unſere Beute an Bord und landeten am 30. April wieder in Cincinnati.

Schnell verkauften wir dort, was wir mitgebracht hatten; der Bedarf aber war immer noch bedeutend, und ich hatte große Luſt, die Reiſe noch einmal zu machen. Doch war ich feſt entſchloſſen das nächſte Mal allein zu gehen, da ich nur zu gut bemerkt hatte, daß mein Compagnon wohl den Ver⸗ dienſt, nicht aber die Mühe, wie es ſich gehörte, theilte. Ohne weiteres mochte ich aber auch nicht wieder an die Ar⸗ beit gehen, und gedachte mich erſt ein paar Tage in Cin⸗ cinnati auszuruhen.

Damals traf ich auch mehre von meinen früheren Schiffs⸗ genoſſen, und es war mir intereſſant etwas Näheres über viele Reiſegefährten zu hören. Die ich in Cincinnati fand waren lauter Juden, welche gleich von Anfang an, durch in New⸗York gefundene Freunde und Verwandte belehrt, Han⸗ del trieben und ſo klein, wie es ihnen die Mittel erlaubten, anfingen. Sie hatten Alle, ohne Ausnahme, Geld verdient, und einige waren ſogar in der kurzen Zeit, für ihre Verhält⸗ niſſe wenigſtens, reich geworden. Der gewöhnliche Anfang dieſer Söhne Iſraels iſt folgender: Sie packen, im Fall ſie genug Geld haben, Kattun, Schnupftücher, Nadeln, Zwirn, Band, Kämme und einige falſche Bijouterien und Argen⸗ tan⸗Löffel in einen langen Kaſten, der mit Fächern und Schiebladen verſehen, verſchloſſen werden kann, und keuchen mit der, oft ſehr ſchweren Laſt, die mit ledernen Riemen auf