Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Whiſtpartie in Rohrdickicht. Beleuchtung. 5

die Zeit in den langen Abenden zu vertreiben, hatte er ein altes Spiel Karten, wo er dann, wir beiden und noch ein weitläufiger Verwandter von ihm der bei ihm wohnte, Whiſt ſpielten. Oft habe ich damals gewünſcht, daß manche meiner lieben Freunde einmal eine von unſeren Whiſtpartieen geſehen hätten, ſei es auch nur, den Unterſchied zwiſchen einer Whiſtpartie im alten Deutſchland und einer in Teneſſee im Rohrdickicht zu beobachten. Auf jeden Fall hatte die unſere den Vorzug der Einfachheit. Ein ganz roher, oben etwas abgehobelter Tiſch wurde in die Mitte der Stube gerückt, und wir ſetzten uns auf Seſſel und Kaſten um ihn herum. Da aber die Mosquitos dort ſo fürchterlich peinigend waren, wie ich ſie noch auf keinem anderen Flecke gefunden habe, ſo wäre es eine reine Unmöglichkeit geweſen, dieſer Plagegeiſter wegen ſtille zu ſitzen. Deshalb hatten wir unter unſerem Tiſche einen großen eiſernen Topf mit glühenden Kohlen ſtehen, in den die kleinen Negerjungen, welche zum Hauſe gehörten, von Zeit zu Zeit Stücke faulen Holzes werfen mußten, dicken Rauch zu unterhalten. Der kam dabei ſo dick und beißend unter dem Tiſch herauf, daß man ſich mit der Bruſt nothgedrungen dicht an die Platte anlegen mußte, da man ſonſt nicht im Stande war, es mit den Augen auszuhalten.

Das wäre jedoch noch Alles gut geweſen, hätte nur unſere Beleuchtung etwas beſſer ſein können, denn unſer einziges Brennmaterial war Speck; um aber auf die Idee zu kommen, dieſen als Licht zu benutzen, muß man wirklich in einem Rohrdickicht wohnen.

Eine Stange wurde abgehauen, die Dielen, auf denen