Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Poſtweſen in Amerika. 301

ſehr viel zu thun. Ein reitender Bote durchzieht zu Pferde das Land eine beſtimmte Strecke weit, ein ledernes, mit Eiſen beſchlagenes und mit einem großen Vorhängeſchloß verſehenes Felleiſen mit ſich führend, und gewiſſe Stationen ſind an⸗ genommen, in denen er übernachtet. So geht z. B. ein ſoge⸗ nanntermail rider von Memphis in Teneſſee ab, der die Briefe für little Rock und Batesville mit ſich führt. Dieſer reitet bis zu Strong's Plantage, etwa 40 Meilen und nimmt von dort aus wieder die Briefe nach Memphis mit zurück; von Strong's aber gehen 2 andere Poſtillone, einer nach Bates-ville, ein anderer nach little Rock.

Die vereinigten Staaten geben nun für eine gewiſſe Gratification das ganze Poſtweſen in einem beſtimmten Be⸗ zirke, an irgend eine Privatperſon, die ſich darum bewirbt. Dieſe bekommt jährlich ihren geſetzlichen Gehalt und muß zu beſtimmten Tagen die Briefe an ihre Adreſſen befördern. Wie dann der, der den Contract gemacht hat, das beſorgt, iſt ganz gleichgiltig, ob es zu Fuß oder zu Pferde, oder durch einen Wagen geſchieht, wenn es nur beſorgt wird. Strong hatte einen ſolchen Contract abgeſchloſſen, und man ſagte, daß er ſich ſehr gut dabei ſtände. Andere kleine Poſthalter aber, die vielleicht nahe an einen Countyſitz oder einer kleinen Anſiedelung wohnen, haben weiter gar keinen Nutzen davon als die Ehre und freie Beförderung der eigenen Briefe. Der Farmer, der dieß übernimmt, muß einen Schwur leiſten daß er Alles ehrlich und redlich beſorgen will, und bekommt dann einen Schlüſſel zum Brief⸗Felleiſen, öffnet daſſelbe, wenn es zu ſeinem Hauſe kommt, nimmt die für ſeinen Diſtriet be⸗