Schnee. 283
ich, daß die Luft, und zwar mit jedem Augenblicke bedeutend kälter würde. Ich machte ſchnell ein gutes Feuer an und warf mich matt an demſelben nieder. Es fror jetzt ernſtlich, und ſeelenvergnügt war ich, als es ſpäter auch noch zu ſchneien anfing. Ich kauerte mich zuſammen, ſo gut es gehen wollte, und ſchlief bald ein. In der Nacht weckte mich das fürchterliche Geheul der Wölfe, die wahrſcheinlich eben ſolches Jagdglück gehabt hatten wie ich, wobei ich mir auf alle nur mögliche Weiſe gratulirte, wenn ſie nur halb ſo vielen Hun⸗ ger hätten. Mehre Male in der Nacht ſprang ich auf, ſchüt⸗ telte den Schnee von mir und ſchürte mein Feuer wieder an, das faſt ganz verloſchen war, und immer noch ſchneiete es und war bitterkalt. Mit gewaltigen Stücken Holz, die ich am Abend vorher zum Lager geſchleppt hatte, unterhielt ich mein Feuer in einer behaglichen Gluth, und bald waren Wölfe und Schnee vergeſſen und ich ſelbſt ſanft wieder ein⸗ geſchlafen.
Ein vom Schnee ſchwerbeladener, herunterbrechender Aſt weckte mich endlich, und die Decke von den Augen reißend, erblindete ich faſt von den leuchtenden Sonnenſtrahlen, die die blendendweiße Fläche zurückwarf, wurde aber auch ſogleich völlig munter, denn die lockere, dünne Maſſe, die mir von der Decke herunter auf den bloßen Hals fiel, war gar zu kalt. Der Schnee kam mir gerade recht; ich rieb mir Geſicht und Hände damit, bis ſie glühten, und brauchte, da ich nicht nö⸗ thig hatte, mir ein Frühſtück zu kochen, nur ſehr kurze Zeit dazu, um fertig gerüſtet meine Jagd anzutreten. Wohl war ich etwas matt von dem langen Faſten, doch hatte mich auch
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