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„Was giebt's?— was iſt?“ rief der Schultze, der den unwillkürlich ausgeſtoßenen Ruf des Erſtaunens gehört, und auf der Stelle ſtehen blieb, wo er gerade ſtand, während ſich eine Anzahl Burſchen aus dem Dorfe näher herandrängten, die Frauen und Mädchen aber noch ſcheuer zurückwichen, und ſich ſchon halb zur Flucht wandten.
Paſtor Donner winkte aber dem Schultzen langſam und traurig näher zu kommen, und als dieſer die Schwelle betrat, deutete er nieder auf den vor ihm ausgeſtreckten Körper der Unglücklichen, die Gram und Reue, und der nagende Wurm im Herzen wieder herüber, zuruͤckgetrieben hatte durch das weite, wilde Land, über das weite Meer, an dem Ort, wo ſie ſo furchtbar ſich vergangen— zu ſterben.
Jetzt raſteten die blutigen, nackten Füße von der weiten Wanderſchaft, jetzt ruhte das arme Herz, das in Verzweiflung und Gram wohl manche lange furchtbare Nacht die Stunde hier herbeigeſehnt, mit dem Kopf auf den zerfallenen Kaſten geſtützt, der dem jüngſten Kind in früherer Zeit zu ſeinem Bett⸗ chen gedient hatte, aus von ſeinem Leid und Weh. Der Körper ſelber war abgefallen und mager, die Wangen hohl und dünn, aber ein ruhiges, ſeliges Lächeln zog ſich um die bleichen, kalten Lippen, die der Tod für immer geſchloſſen. Was ſie verübt, was ſie geſündigt, ſie hatte ſchwer gelitten— hatte tief bereut, und wie, als ob die Kräfte ihr nur eben noch gehorcht, die Stelle zu erreichen, war hier der Tod, ein willkommener lieber Freund, zu ihr getreten, ſie zu erlöſen von ihren Leid.


