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eignes, unbehagliches Gefühl hier herzugehn— es iſt faſt, als ob man eine Richtſtätte beträte.“
„Wohl iſt es ſo,“ ſagte Paſtor Donner feierlich und mit halb unterdrückter Stimme, als ob er ſelber ſich ſcheue, an dieſem Orte laut zu ſprechen.„Aber wir wollen hier nicht ſtehen bleiben; die Leute dort hinten murmeln ſchon miteinan⸗ der, und glauben ſonſt, daß wir ſelber uns fürchten, das Haus zu betreten.“
„Aber was ſollen wir darin?“ ſagte der Schultze auswei⸗ chend, und es lag ihm wirklich Nichts daran, dort hineinzugehen, „was Lebendiges hält ſich hier oben nicht auf, ſonſt hätte der ſcheue Rabe da nicht im Baum geſeſſen, und an Geſpenſter glauben wir doch alle Beide nicht.“
„Ich bin einmal oben,“ ſagte der Geiſtliche mit ſeinen eigenen Gedanken beſchäftigt, denn vor ſeinen Augen ſchwebte in dieſem Augenblick die Scene auf dem Amerikaniſchen Dampf⸗ boot, die ihm in einem früheren Briefe der Sohn beſchrieben, „und möchte auch das Innere des Hauſes ſehn, das ich ſeit jenem Tag, wo wir die armen, halb verhungerten Kinder hier oben abholten, nicht betreten.“
Langſam ſchritt er, von dem Schultzen nur widerſtre⸗ bend gefolgt, der Thüre zu, ſchob dieſe noch etwas weiter auf, mehr Licht und Luft hineinzulaſſen, und betrat, durch den ſchmalen dunklen Gang gehend, die frühere Stube des„ſchwar⸗ zen Steffen“. Dort aber ſchrak er ſelber einen Schritt zurück, denn auf dem Boden vor ihm lag ausgeſtreckt und regungslos eine menſchliche, weibliche Geſtalt.


