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„Ich, Mr. Owen?“ ſagte das arme Kind, wehmüthig lächelnd,„Du lieber Gott, mit was ſollt ich wohl bieten; Sie wiſſen ja recht gut daß wir Nichts haben auf der wei⸗ ten Welt.“
„Haſt Du gar kein Geld, Jenny?“ ſagte Jack, ſie halb erſtaunt aber recht freundlich anſchauend—„gar Nichts, nicht ein ganz klein wenig?“
„Ein ganz klein wenig, oh ja“ lächelte das Mädchen gut⸗ müthig—„einen Viertel Dollar in Silber, den mir Großmutter ſchon vor langer langer Zeit gegeben.“
„Nun ſiehſt Du wohl, Schatz“ lachte der Jäger,„daß Du reicher biſt wie Du Dich machſt? das iſt vollkommen genug.“
„Ein Viertel Dollar, ſagte ich Mr. Owen.“
„Jawohl, und noch dazu in Silber.“
„Aber was ſoll ich damit anfangen?“
„Nun die Farm und das Vieh kaufen— ganz Arkanſas kannſt Du freilich nicht dafür bekommen.“
„Das Mädchen wandte ſich langſam ab eine aufſteigende Thräne zu unterdrücken, denn der Scherz that ihr weh; Jack aber, der ſie nicht kränken wollte, ſtand auf, ging zu ihr, legte ſeine Hand auf ihre Schulter und ſagte freundlich—
„Es iſt kein Scherz, Jenny, Du mußt gewiß mit bieten, ja noch mehr, Du mußt den Anfang machen. Fürchteſt Du Dich wenn ich dabei bin?“
„Nein Mr. Owen“ ſagte das Mädchen herzlich—„aber ich begreife nur nicht—“
Gerſtäcker's Nach Amerika. VI. 2


