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kam, als ob ein wenig Seifenwaſſer der Phyſiognomie und den Händen des Fremden eben nicht ſchaden könne.
„Danke“ ſagte aber der Scheerenſchleifer in aller Ruhe— „ich bin die Nacht gerade genug gewaſchen, und habe mir das Waſſer verleidet— Kaffee iſt mir lieber.“
„Helft Euch ſelber dann“ ſagte Jenny freundlich, dem wunderlichen Fremden einen Stuhl zum Tiſch rückend—„Ihr ſeid herzlich willkommen zu Allem was wir haben.“
Die beiden Männer ſetzten ſich und aßen, und eine Weile wurde weiter Nichts gehört, als das Klappern der Meſſer, Ga⸗ beln und Taſſen, von denen noch einige aus Olnitzkis Nach⸗ laß übrig geblieben waren und über die ſich Maulbeere aller⸗ dings den Kopf zerbrach, wie ſolch reich vergoldetes, weit anderen Verhältniſſen angehörendes Geſchirr hierher ſeinen Weg gefun⸗ den haben konnte. Er würde freilich noch weit mehr erſtaunt gewe⸗ ſen ſein, wenn er erfahren hätte daß die nämliche allerdings henkel⸗ loſe und oben ausgebrochene Taſſe aus der er trank, mit ihm auf ein und demſelben Schiffe von Deutſchlannd erſt herüber⸗ gekommen wäre. Die Lebensmittel, beſonders der heiße Kaffee nahmen jedoch ſeine Aufmerkſamkeit viel zu ſehr in Anſpruch, ſich für jetzt um irgend etwas anderes zu bekümmern, und wie⸗ der und wieder mußte Jenny die Taſſe füllen.
„Jenny“ ſagte da Jack nach langer Pauſe, in der ſeine Blicke ernſt und ſinnend über den kleinen Raum geſchweift waren— denn das vergoldete Geſchirr hatte bei ihm ganz andere Erinnerungen wach gerufen,„wenn das Haus nachher zum Verkauf angekündigt iſt, wirſt Du mit bieten müſſen, Herz.“


