Freund ein paar Minuten angenehm zu unterhalten, und ging raſch dem rothen Drachen zu, in deſſen Schenkſtube, wie er
recht gut wußte, Herr Lobſich regelmäßig zu finden war, ſo
lange ſeine Gäſte oben bei Tiſch waren, und der Wirth be⸗ nutzte die Gelegenheit dann nicht ſelten, ſeine eigenen Getränke, damit aus keiner Flaſche zu viel fehle, der Reihe nach durch zu probiren.
Wie er es gehofft, zeigte es ſich; Lobſich war eben wie— der eifrig beſchäftigt, ſich, trotz dem Verſprechen, das er heute
Morgen ſeiner Frau gegeben, in ſeinem eigenen Schenkſtand
zu traktiren, und fuhr, als die Thüre geöffnet wurde, mit dem eben geleerten Glaſe raſch unter den Tiſch in das dort zum Abſpühlen ſtehende Waſſer.
„Ah mein guter Herr Lobſich, ſo fleißig— der Mann iſt doch immer beſchäftigt, wenn man zu ihm kommt,“ rief ihm Henkel freundlich entgegen.
„Ah mein guter Herr Henkel!“ entgegnete der Wirth mit unverkennbar ſchwerer Zunge—„ungeheuer erfreut, Sie zu ſehn— meine Alte hat ſchon— hat ſchon gefürchtet, daß Sie—“
„Lieber Herr Lobſich,“ unterbrach ihn aber Henkel, dem Nichts daran lag, ſich mit dem Mann in ein längeres Geſpräch einzulaſſen—„Sie haben einen neuen Gaſt heute bekommen, nicht wahr?“
„Ja wohl, lieber Herr Henkel, ja wohl— ſehr charman⸗ ter Mann,“ ſagte Lobſich, um den Schenktiſch herumkommend.
„Dieſer ſehr charmante Mann, mein lieber Lobſich,“
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