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„Nein, Herr Cottonwell iſt vollkommen fremd hier— Einer der bedeutendſten Pflanzer Louiſianas— entſchuldigen Sie, daß ich die Herren noch nicht einander vorgeſtellt habe. Herr Doctor Hückler— der beſte Arzt, den wir in Milwaukie haben.“
„Oh bitte, lieber Herr Henkel, Sie ſind zu freundlich; da gehen wir alſo am Beſten gleich bei Einem ihrer Amerikaniſchen Freunde vor, den abzuholen.“
„Nein, ich habe noch einen beſſeren;“ ſagte Henkel.„Herr Lobſich kennt mich auch ſchon von Deutſchland aus, und über⸗ dieß muß ich auch dorthin, um die Leute im Haus zu erſuchen, das Gepäck des Fremden nicht verabfolgen zu laſſen, bis ich zu meinem Recht gekommen bin. Wir gehn die Waſſerſtraße zuſammen hinunter— Ihre eigene Wohnung liegt ja über⸗ dieß in der Richtung zu— und Sie warten einen Augenblick am Hauſe des Friedensrichters.“
Hückler war die Bereitwilligkeit ſelber, und wenn er auch unterwegs ſein Erſtaunen nicht unterdrücken konnte, daß ein Mann, noch dazu von Adel, ſolche Streiche machen ſollte, kam er doch zuletzt zu der Schlußfolgerung, daß er es ihm ſchon immer angeſehn, wie hinter dem eingebildet vornehmen Weſen nicht viel dahinter ſei, und der Adel beſonders ſchütze erſt recht nicht vor ſolchen Sachen. Die Leute glaubten ge⸗ wöhnlich, ſie wären etwas Beſſeres als Bürgerliche, und dürf⸗ ten thun und laſſen was ſie wollten; er ſelber aber halte ſich für ebenſoviel werth, wie der beſte Adliche.
Henkel überließ es gleich darauf Herrn Goodly, ſeinen
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