ſchien mit dem blauen Frack auch einen vollkommen neuen Menſchen angezogen, und ſeine frühere Geſellſchaft von ſich geſchüttelt zu haben, denn er ſprach, Mehlmeier ausgenom⸗ men, mit Niemandem mehr, und ging nur, den Blick oft und ungeduldig nach dem Quarterdeck hinüber werfend, als ob er dort Jemanden ſuche oder erwarte, mit raſchen Schritten den Gangweg zu luvwärts auf und ab. Der Einzige der ihn da⸗ bei ärgerte war Maulbeere.
„A la bonheur Herr Steinert“ ſagte dieſer, als er ihm zuerſt in ſolchem Glanz und Schmuck begegnete—„ſehre ſchön— ganz außer ordentlich ſehre ſchön.“.
„Lieber Maulbeere laſſen Sie mich zufrieden, ich habe Nichts mit Ihnen zu thun“ ſagte Steinert, und drehte ſich von ihm ab.
„Ne wahrhaftig Herr Steinert“ ſagte aber Maulbeere in höchſtem Ernſt, und mit beruhigender Handbewegung,„das thut kranken Augen ordentlich wohl Sie nur anzuſchauen— und das feine Tuch zum Frack— wie Sammet.“
„Rühren Sie mich nicht an, wenn ich bitten darf“ rief aber jetzt der Weinreiſende, ernſtlich böſe gemacht, als der Scheerenſchleifer, der heute womöglich noch ſtruppiger und ungewaſchener ausſah wie je, mit dem Zeige⸗Lund dritten Finger der rechten Hand vorſichtig und bewundernd an dem linken Aermel des ihn eben wieder Paſſirenden niederſtrich.
„Bitte tauſendmal um Entſchuldigung“ ſagte Maulbeere aber in ſpöttiſcher Devotion, raſch und erſchreckt den Arm zu⸗ rückziehend—„hatte keine Idee daß es abfärbte.— Und die
12


