Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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ter gelegt. Doktor Hückler, der ſich jetzt ſehr geſchäftig zeigte, öffnete ihr dann beide Adern, ſich von dem wirklichen Hin leben der Kranken, da man die Leiche nicht au Bord behalten konnte, auch feſt zu überzeugen. Als aber auch der letzte Zwei⸗ fel beſeitigt, und der Tod feſt und unerbittlich conſtatirt wor⸗ den, wurde der Segelmacher beordert, die Verſchiedene in ein Stück Segeltuch, wie das auf Schiffen gebräuchlich iſt, ein⸗ zunähen. Nur das Geſicht ſollte noch bis zum letzten Augen⸗ blick der Beſtattung frei und offen bleiben.

Es iſt ein häßlich unangenehmes Geſühl eine Leiche an Bord zu wiſſen, und ſelbſt in der Cajüte, die doch in keine Berührung mit der Geſtorbenen gekommen war, ja von deren Paſſagieren ſich nur ein paar erinnerten ſie überhaupt je an Deck bemerkt zu haben, hatte es die fröhliche Stimmung die das nahe Land hervorgebracht, wenn nicht ganz geſtört, doch merklich gedämpft. Weſentlich zu dem Unbehagen trug aber auch der Doktor Hückler bei, der ſich vor dem Frühſtück, das die Paſſagiere heute außergewöhnlich zeitig in der Cajüte verſammelt hatte, in ſeinem unglückſeligem Geſchäftsſtolz nicht enthalten konnte, dem Profeſſor Lobenſtein genau den er⸗ folgloſen Aderlaß an der Todten, die Umſtändlichkeiten ihrer letzten Augenblicke und den wahrſcheinlichen Zuſtand ihres Gehirns, das einer Entzündung erlegen wäre, zu beſchreiben. Der Profeſſor ſuchte dabei vergebens ihm zu entgehn, eben ſo beſchwor ihn Herr von Benkendroff ihnen nicht wieder das Frühſtück mit ſeinen verzweifelten Beſchreibungen zu verderben. Umſonſt, der Fall intereſſirte ihn ſelber viel zu ſehr, ihn ruhig