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geübter Hand über die eigenthümlichen Taſten hin, denen er dabei einen nicht zu lauten, aber wunderbar harmoniſchen vollen Ton entlockte. Wie Glockenſpiel klangen die Laute, die entfernteſten Räume mit ihrem Wohlklang füllend, und die Gäſte, nach allen Richtungen hin horchten hoch auf, vergaßen von was ſie geſprochen, und kamen heran, den Tiſch umdrän⸗ gend, an dem der alte Jude ſpielte.
„So Philippche, nu fang an!“ nickte er aber jetzt dem Knaben zu, der bis dahin ſtill und regungslos neben dem Tiſch geſtanden und ſich kaum der Leute hatte erwehren können, die ihn umpreßten; dabei fiel er in die engliſche Volkshymne God save our gracious queen ein, die der Knabe jetzt in der
zweiten Stimme mit der Kehle, aber ſo täuſchend den vollen
weichen Laut der Flöte nachahmend, begleitete, daß die Zu⸗ hörer wirklich in den erſten Minuten ganz die Harmonika ver⸗ gaßen und noch näher hinanwollten, nur um zu ſehen ob der junge Burſche nicht wirklich eine Flöte habe auf der er ſpiele, und das Alles allein aus der eigenen Kehle herausbringe.
Der alte Mann, den der Zudrang freute, denn er bewies ihm die Theilnahme der Hörer und ließ ihn auf gute Ein⸗ nahme rechnen, fuhr dabei mit großer Leichtigkeit und Sicher⸗ heit über die fibrirenden Taſten, und ſeine ganze, erſt ſo ruhige in ſich geſunkene Geſtalt ſchien mit den Tönen Leben zu ge⸗ winnen, und aus ſich herauszugehn. Es war eine kleine ſchmächtige, aber zähe und knochige Geſtalt, der Mann in dem ſchwarzen, ſchmutzigen Kaftan; über die ſcharf gebogene


