Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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zimmer gekommen, und hatte ſich an einem der leer gewordenen Seitentiſchchen ein Glas Bier geben laſſen, von dem er in langſamen, durſtigen Zügen trank. Der Knabe trug ein, in ein rothbaumwollenes Tuch eingeſchlagenes Packet unter dem linken Arme, das er neben ſich auf den Tiſch legte und ſich dann zurück auf ſeinen Stuhl ſetzte, den Kopf auf die Lehne deſſelben lehnte, und die Augen ermüdet ſchloß. Das grelle Licht der Lampen fiel voll auf die bleichen, von ſchwarzen vollen Locken umwogten Züge, und der ſonſt wirklich ſchöne Kopf des Kindes bekam, auch vielleicht mit in der unnatür⸗ lichen zurückgeworfenen Lage, etwas unheimlich Krankhaftes, ja faſt Leichenartiges.

Komm Philipp ſagte der Alte, als ſie eine Weile ſo geſeſſen hatten, mit unterdrückter Stimme, indem er den jun⸗ gen Burſchen mit dem Fuße anſtießes werd ſpät, pack die Harmonika aus und laß uns anfange. Die Leut' hoben hier viel getrunken und ſind guter Laune; werd auch'was für uns dabei abfalle.

Der Knabe öffnete die großen ſchwarzen Augen und ſah den Mann ein paar Sccunden ſtarr an, als ob ey nicht recht begriffen hätte was er ſagte.

Na, werd's bald? rief aber dieſer, ärgerlich aufbrau⸗ ſend, aber doch ſo leiſe daß es ſelbſt die an den nächſten Ti⸗ ſchen Sitzenden nicht verſtehen konnteniſt es dem jungen Herrn gefällig, oder ſoll ich ihn etwa aufwecken?

Ja ja, Vater! rief der Knabe jetzt, raſch und erſchreckt emporfahrendwollen wir denn noch ſingen heute