Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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ſtuhl, und, ganz gegen ſeine ſonſtige Gewohnheit, ordentlich eingehüllt in eine dichte Tabakswolke, die Mutter mit verwein⸗ ten Augen, und doch immer geſchäftig herüber⸗ und hinüber⸗ gehend, bald aus der in jene Stube, Kleinigkeiten zu beſorgen die ſie immer wieder vergaß, ehe ſie nur das andere Zimmer betreten.

Der älteſte Sohn Georg ging zu Schiff ging nach Amerika über das weite, wilde Weltmeer nach einem anderen Vaterland, dort für den unruhigen Geiſt das Glück zu ſuchen, das er hier nicht fand, undwann würden ſie ihn ja wür⸗ den ſie ihn je wieder ſehen? Oh es iſt ein großer Schmerz

für ein Elternherz ein Kind in der Blüthe der Jahre zu ver

lieren wie viel Sorge, wie viel ſchlafloſe Nächte hat es ge macht, bis es wuchs und gedieh; welche Hoffnungen knupften ſich an das junge Weſen, und blühten und reiften mit ihm; wie treulich wurde da nicht jeder Schritt bewacht, den noch unſicheren Fuß vor Stoß und Fall zu ſchützen, wie ängſtlich jedem böſen Eindruck gewehrt, der Herz oder Geiſt hätte ver⸗ giften können. Und nun das Alles preiszugeben der Welt, ihren Verführungen, ihren Gefahren für Geiſt und Körper, das Alles preiszugeben und hinausgeworfen zu ſehn auf die ſtürmiſchen Wogen des Lebens ſich ſelbſt überlaſſen, und der eigenen, vielleicht doch noch zu ſchwachen Kraft. Wie viele heimliche Thränen werden da geweint, wie trüb und traurig liegt da oft des Kindes Zukunft vor dem ahnenden Blick des Vaters und der Mutter Krankheit wird es erfaſſen und halten, und keine liebende Hand in der Nähe ſein, es zu pflegen