14
nieder, und endlich erſchienen, diesmal in wirklich ſehr kurzer Zeit, die Damen, ihre Sitze einzunehmen.
„Nun, wo iſt Henkel?“ ſagte Herr Dollinger, ſich nach
ſeinem zukünftigen Schwiegerſohne umſchauend,„ich habe ſein Pferd auch noch nicht geſehen; jetzt wird uns der warten laſſen.“
„Die Familie hatte indeſſen im Wagen Platz genommen, und der alte Herr ſchaute etwas ungeduldig zum Schlag hin⸗ aus, als der junge Henkel zum Thor, aber ohne Pferd, herein⸗ einkam.
„Nun? und Sie ſitzen noch nicht im Sattel?“ rief er ihm ſchon von weitem entgegen—„das iſt eine ſchöne Geſchichte; jetzt dürfen wir den Frauen nie im Leben wieder vorwerfen, daß ſie uns warten laſſen.“
„Ich muß tauſend Mal um Entſchuldigung bitten,“ ſagte der junge Mann, zum Wagen hinantretend,„aber mein Stallmeiſter hat mich ſitzen laſſen. Wenn Sie mir erlauben ſchicke ich einen der Leute danach, oder gehe ſelber, es iſt nicht
weit von hier. Aber thun Sie mir die Liebe und fahren Sie langſam voraus, ich hole Sie in Zeit von zehn Minuten ein.“
„Wir können ja hier warten,“ ſagte die Mutter.
„Ja, wenn die Pferde ſtehen wollten,“ brummte Herr Dollinger—„zieh nicht ſo feſt in die Zügel Johann, das Handpferd kann das nicht vertragen und wird nur noch immer unruhiger— wir wollen langſam vorausfahren— machen
Sie aber daß Sie nachkommen; auf dem Balkon vom rothen


