IX
Geſellſchaft ſehen wir ſte ziehn— Gute und Böſe, den Leicht⸗ ſinnigen und den Speculanten, den Bauer und Handwerker, den Gelehrten und den Arbeiter, den rechtſchaffenen Bürger und den heimlichen Verbrecher, Alle dem einen Ziel entge⸗ genſtrebend. Und Alle vereinigt ſie das Schiff; der eine kleine Bau, der hunderte von Menſchen auf ſeinem ſchwanken Kiel hinüberträgt, dem fernen Welttheil zu; oh was für Hoff⸗ nungen, was für Pläne und Träume birgt er in ſeinem Schooß. Aber die Auswanderer liegen die langen Wochen, ja Monate, verpuppten Raupen gleich, im engen Haus, ſtill nnd gedrängt beiſammen; Jeder mit dem alten Leben abgeſchloſſen hinter ſich, mit dem neuen noch nicht begonnen, in einem wunder⸗ lichen unnatürlichen Zuſtand, ungeduldiger Ruhe, bis der Anker in die Tiefe rollt, und die ausgeſchobene ſchmale Planke der bunten Schaar von Tag⸗ und Nachtfaltern den Weg in's Freie öffnet.
Hinaus flattern ſie da nach allen Seiten, wie eine Hand voll Spreu, vom Winde fort geführt; die Einen ſelbſtbewußt und keck dem fremden, unbekannten Leben in die Arme ſpringend, die Anderen ſcheu und zaghaft bei jedem Schritte faſt mora⸗ liſche Selbſtſchüſſe und Fußangeln fürchtend; Alle aber ent⸗ ſchloſſen, die meiſten ſogar gezwungen, dem neuen Vaterlande die, im alten aufgegebene Exiſtenz abzuringen, Jeder in ſeiner Art, auf ſeine Weiſe.
Dort nun ſehen wir ſie ſchaffen und wirken in Gutem und Böſen, die Einen mit ihren kühnſten Hoffnungen erfüllt, Andere, zerknirſcht und zertreten, die Stunde verwünſchend,


