einſamen Ahnenſchloſſe, und deren Leben in den rohen Händen der unruhigen Braunſchweiger verblieben. O! laßt mich zurück zu ihnen, mein lieber Herr, oder beſſer, macht Frieden und zieht ſelbſt mit heim, und habt Ge⸗ nüge an den Freuden und Schätzen, welche Euch der gnädige Herrgott in reichlichem Maße beſchieden, wenn Ihr nur ſelbſt ſie zuſammenhalten möchtet.—
Darum iſt nicht Angſt vonnöthen, edle Frau, ant⸗ wortete der Ritter mit Ehrerbietung. Der Hamburger weiß, was er Euch bewahrt, und ließe ſich eher zu Fetzen hauen, als Euren kleinen Junkern einen Hautritz verſetzen.—
Mitten im Saale hatte der Herzog ſeinen Gang eingehalten, wie mit Staunen das Wort ſeines Ehege⸗ mahls angehört, und ſeiner Augen Feuer war immer funkelnder und ſtechender geworden. Was ſicht Euch an, Frau Ittel, fuhr er jetzt auf, daß Ihr einzureden wagt, wenn zwei Männer ihre Gedanken tauſchen? Wer hat je Euren Rath begehrt? Sticket nur fort an Eurer Satteldecke, aber verſucht nicht, nach Art mancher über⸗ müthigen Frauen, die Männer aus dem Sattel zu heben. Frieden machen mit dem Sachſenherzoge!— Der junge Fant wäre Euch vielleicht gerecht zum Hausfreunde? Weiß ich doch gar wohl, wie er um Euch hofirt am Brandenburger Hofe, als ich Euch den Beſuch des Vaters erlaubte. Er war damals ein Milchbart, der kaum ein Männerſchwert zu heben vermochte. Aber die Sage geht ja, daß Frauenfinger lieber ſolch Flachskinn ſtreicheln, als einen ſtroffen Männerbart küſſen; es ſchmeichelt dem gebrechlichen Weiberſinne mehr, einen Knaben das Min⸗ neſpiel zu lehren und ſeinen erſten frommen Knappen⸗ dienſt zu empfahen, als von dem mannbaren erprobten


