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Minuten war der Platz rein und geſaubert, nur die Bekanntſchaft mit den ſchmalen Gebirgspfaden ließ einen kleinen Theil der Feinde entkommen. Und der alte Graf von Ladron drückte des Heldenjünglings Hand, er nannte ihn Sohn vor dem ganzen Heerhaufen der blutenden, athemloſen Männer; Michael ſah mit dem Blicke eines Seligen zu den Wipfeln der Rieſenbäume empor; er dachte der Geliebten, und fühlte ſich glücklicher, als hätte des Königs Hand das goldene Vließ um ſeinen Hals gehangen für die Waffenthat dieſer Stunde.
Ein böſes Verhängniß ſchien auf allen Vorſätzen die⸗ ſes Feldzuges zu ruhen, und ihre Ausführung zu ſtören. Wohl war die auserwählte breite Höhe gewonnen, das neue Lager geſchlagen, und mit dem nächſten Morgen rückten alle Truppen Oeſterreichs heraus, dem Muſel⸗ manne die Schlacht anzubieten. Aber die Turbanträger rührten ſich nicht. Eingegraben, gleich Ratten und Mäuſen, lagen ſie hinter ihren Bollwerken; man hörte ihr Gelreiſch, ſah hie und da eine Reiherfeder über die Wälle herwehen; doch nur ſichere Kanonenſchüſſe, deren Kugeln in die deutſchen Kolonnen ſchlugen, verriethen, daß Leben ſei in der Feſtung.
Johann von Katzenſtein ließ auf den vorderſten Hügel ſeines Standes zwei ſchwere Geſchütze fahren. Schon die erſten Kugeln trafen die Mauer, und warfen große Steine daraus in die Gräben. Das Jauchzen der Deutſchen begleitete den Erfolg; drinnen entſtand eine ſichtliche Unruhe, und Turbane, Helme und Federbüſche ſah man ſich der Breſche zudrängen, die nach jedem Schuſſe der öſterreichiſchen Arkebuſiere größer ward, und einen


