Teil eines Werkes 
6 (1843)
Entstehung
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Die Befehle für die Veränderung der Lagerſtatt wur⸗ den ſchleunigſt ausgefertigt, und kaum verkündete das Dämmerlicht den Tag, ſo ſanken die weißen Häuſer; in einzelnen Abtheilungen brachen die Regimenter auf, und nach einander ſchlugen ſie die Straße ein, welche in einem großen Bogen durch die Waldung zu dem von dem Feldherrn beſtimmten Ziele führte. Die Böhmen und die Italiener ſchloſſen den langen Zug, und die letzte Colonne bildete Oberſt Michael von Katzenſtein mit ſeinen Panzerreitern.

Der prächtige Wald wölbte ſich zu einem Laubdome mit ſeinen thurmhohen Bäumen und üppigem Blätter⸗ wuchſe über der Kriegerſchaar, und geſchützt vor den Pfeilen der Sonne, vom erquicklichen Duft der blühen⸗ den Geſträuche angehaucht, athmete der Soldat wieder freier, und die Hoffnung gab ihm den verlorenen Muth zurück. In der Mitte der bärtigen, ſchwarz geharniſch⸗ ten Männer ritt der gefangene Bosniak, dem man ſein perſiſches Roß zurückgegeben. Ingrimmig ſah der ſchlanke Mann auf ſeine Begleitung; nur auf ihrem Anführer weilte oft ſein Feuerauge mit mildern Empfindungen, und ſcharfe Blicke des ſpähenden Falken warf er rechts und links im Dickicht umher, wenn hie und da ein ſchmaler Seitenpfad ſich öffnete, als erwarte er Befreier und Rächer.

Wortlos war Michael der Schaar vorangeritten. Als der Wald ſich jetzt lichtete, die Straße ſich in mehre Wege ſpaltete, als ihr äußerſter Bogen ſich näherte und man vom Gebirg herab durch die dünneren Baumgrup⸗ pen hie und da die Feldflur ſchimmern ſah, befahl er Halt, vertheilte ſein Regiment in Compagnien, und ließ die Hauptleute mit dieſen die einzelnen Seitenpfade