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acht Tage keinen Hafer roch? Wer ſicht mit einer Klinge, die voll Roſtflecke iſt, und bei jedem Hiebe ausbricht? Der hungernde Soldat verliert das Vertrauen auf ſich ſelbſt, und läuft lieber rückwärts nach der heimathlichen Schüſſel, wohin ſein Magen drängt, als vorwärts der Schlachttrompete nach, wo er ſeinen Leib den Raben zur Mahlzeit bringt.—
Der Soldat ſoll nicht murren! antwortete Steinbrunn ſtreng. Schnalle Deinen Seitengurt feſter um den hoh⸗ len Leib, und denke, daß das Lagerleben kein Ballfeſt iſt, wo vom gaſtfreien Wirth der Ueberfluß zum Gott des ſchwelgeriſchen Tages geſetzt wurde. Entbehrungen gehören zu den Alltagstugenden des Kriegsmanns; er hungert, damit die Brüder ſicher ſpeiſen; er ſtirbt, da⸗ mit die Brüder ſicher leben; das iſt die Glorie ſeines Standes, nach der Du ringen mußt. Vertrauen auf den Feldherrn macht eine kleine Heerſchaar unüberwindlich; wo es ermangelt, werden Hunderttauſende zur Lämmer⸗ heerde vor einem kühnen Schlächter. Und dürfen wir nicht vertrauen? Hat dieſer Johann Katzianer von Katzen⸗ ſtein bei Wiens gräuelvoller Belagerung nicht ſein ſchö⸗ nes Theil gethan zur Rettung der Kaiſerſtadt? Hat er nicht am Kärntherthore den wilden Türkenſturm abge⸗ ſchlagen, und dadurch Oeſterreich errettet von Schmach und Verwüſtung? Ernannte ihn nicht dafür die Maje⸗ ſtät zum General der Beſatzung und zum Landeshaupt⸗ mann in Krain? Hat er nicht im Sternberger Thale
mit dem Pfalzgrafen den ſtolzen Caſſan⸗Beg niederge⸗
ſchlagen ſammt allen ſeinen Janitſcharen? War es nicht er, der mit dem Wakiſch Paul bei Grätz den grauköpfi⸗ gen Oberſt⸗Paſcha erſchlug, für deſſen Leben der weinende Sultan gern zwanzigtauſend Andere verloren? Hat er


