Teil eines Werkes 
5 (1843)
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Sie ſchwimmt! ſchrie man. Da ſeht die Hexel die Teufelsbraut! Heraus mit ihr auf den Holzſtoß; ſie muß brennen, wie der Hans Bull. Fiſcht ſie heraus, eh' der Schwarze ſie rettet und unſichtbar macht! In das Feuer mit ihr, daß ſie mit den rothen Augen Kei⸗ nem mehr die Peſt in das Haus ſieht! So ſchrie man überall, und Alle ſtürmten näher zum Teiche; aber ein anderer Auftritt änderte die Handlung.

Eine fröhliche Fanfare von Jagdhörnern tönte auf einmal vom Holze her, und von den grünen Weidbur⸗ ſchen umringt und von Hunden umkläfft, raſſelte der Wildwagen, auf welchem Hannchen und ihr Lüet ge⸗ bunden ſaßen, eilig die Steinſtraße in das Thal her⸗ unter. Still und ohne Thränen hatten die Beiden auf dem langen Wege neben einander geſeſſen; nur zuwei⸗ len ſahen ſie ſich voll Innigkeit an, und tauſchten ſich Troſt aus mit treuen Blicken.

Ich gehe zur Mutter, und muß vielleicht mit büßen für die ſündhaften Blutsfreunde, ſagte Haunchen leiſe; aber Du, Du treuer, frommer Lüet? Warum auch Du in ſolcher Schande und Noth? Iſt das Deiner Liebe Lohn?

Ich bin mit Dir! antwortete der Burſche feſt und faſt wohlgemuth. Darf ich bei dir ſein und Alles mit Dir theilen, ſo iſt mirs ſchon recht und lieb, denn ohne Dich iſt mirs ekel in der Welt, und ich könnte nicht leben nach meiner Liebſten Tode, wie der wilde, blutige Oheim.

Sofort, als der Wildwagen am Platze ſtill gehal⸗ ten, hatten Alle am entblößten Flachsköpfchen das Hannchen erkannt, und ſelbſt die Richter wendeten ihre Augen dem neuen Schauſpiele zu.

Das flüchtige Flachshannchen iſts! Sie kann nun

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