Teil eines Werkes 
5 (1843)
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Der Doktor aus der Fremde am Feuersabende! ſtam⸗ melte Lüet.

Aufmerkſam erbrach der Herr von Scharf das ziem⸗ lich große Schreiben, und die Aufmerſamkeit wuchs bis zum Erſtaunen, als ihm eine bemalte Pergamenttafel in die Hände gerieth. Auf der einen Seite war dem Pergamente der hübſche Schattenriß eines jungen Mäd⸗ chens aufgeklebt; mit Silberſtift gezeichnet ſtand ein Ge⸗ ripp ihm gegenüber, und bog ſich mit Todtenkopfe und Knochenarmen ihm entgegen wie zur Umarmung; dar⸗ über war ein Pokal gemalt, aus dem eine Schlange und ein Dolch hervorſahen, und ganz oben ein glän⸗

zender Stern mit einem Menſchenauge darin. Die untere

Hälfte dieſer Seite nahm die Figur eines ausgemergel⸗ ten Prometheus ein, der, an ſeinen Fels geſchmiedet, ſchon leblos ſchien, an deſſen Eingeweiden dennoch im⸗ mer noch ein übergroßer, grimmiger Geier fraß. Ueber⸗ raſcht drehte der Herr von Scharf mit wirren Blicken das Blatt um, da ſtanden Worte, ſo roth, als wären ſie eben mit friſchem Blute geſchrieben.

Hazzo von Scharf! las er laut. Wache auf und erkenne! Beichte und bete! Verſöhne Dich und ſtirb! Aber wo iſt Verſöhnung für den, welcher mit allen Todſünden buhlte, und ſich voll ſoff in Unglücksthränen? Du haſt das Knochenmehl Deines Verhungerten ge⸗ trunken im Weine und das Herz Deines Neugebornen gegeſſen in Deiner Fleiſchbrühe, und daran muß auch der älteſte aller Wölfe verſterben. Beichte, denn Deine Stunden ſind gezählet. Nepomuk, Dein kluger Chi⸗ rurg, kam Deinen Todesboten auf die Spur, darum erſchien der Doktor aus dem Ungarlande, und vertrieb ihn von Deinem Bett, damit das Rachewerk nicht

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