475
ſchlug ihn mit der vermaledeiten Peitſche weg, und nun hat er mich verlaſſen, und ich muß bekennen.—
Der Richter ließ den Inquiſiten abführen, befahl das Protokoll zu ſchließen, um es mit Tages Anbruch dem kranken Edelherrn vorzulegen. Aber aus dem Schloſſe erſcholl das gräßliche Geſtändniß noch an demſelben Abende durch das dunkle Dorf, und die neugierigen Bewohner gingen nicht eher zur Ruhe, bis ſie mit angeſehen, wie die Vögte das Hüttchen der Horn umzüngelten, und die unglücklichen Bewohner zu ihrem Angeber brachten, der in ſeinem Kerker fröhliche e und Buhllieder ihnen entgegen ſang.
ℳ Der Tod eines Monarchen, die Geburt eines Thron⸗ erben, die Siegespoſt von einer gewonnenen Schlacht, oder die Schreckenskunde von der Annäherung eines feind⸗ lichen Heeres kann in einer Stadt kaum ſolche Bewegung und Unruhe erregen, wie der Prozeß des häßlichen Bull und der ſchönen Horn in den Dorfſchaften erweckte, welche zu Schloß Pfaffenhof gehörten. Haß und Mit⸗ leid, Neid und Freundſchaft, alle Leidenſchaften traten ſich entgegen, und Krug und Spinnſtube wurden Kampfs⸗ felder der Pfaffenhöfer Sprecher und Sprecherinnen. Aber am unruhigſten war es im Schloſſe ſelbſt, wo der altersgraue Thurm jeden Augenblick an ſeine neuen, gefährlichen Bewohner erinnerte, und die Mägde mit Furcht an dem bemvosten Steingebäude hingingen, nachdem ein ſo häßlicher Hexenmeiſter wider Willen ſeine Wohnſtatt darin genommen hatte. Der Junker Klaus hatte ſein Bett unberührt gelaſſen. In der Kadettenſchule der Reſidenz erzogen, war ſein


