ſchleicht, und ſo ängſtlich forſchend umherſieht?— Sorge nicht! fiel Giovanna ein; es iſt der Taubſtumme vom
Schloſſe, ein Diener der Herzogin, ihr getreu, wie mir,
und dem Herzoge gram, der oft ſeines unglücklichen Zu⸗ ſtandes und ſeiner ſeltſamen Geberdenſprache ſpottet.— Sie winkte mit dem Tuche über das Geſträuch, und Luca, der Taubſtumme, ſprang eilig heran. Er trug ein Brief⸗ chen, und in freudiges Lallen ausbrechend, als er den General ſah, übergab er ſolches dieſem. Neugierig er⸗ brach der Graf das Papier, es kam von der Herzogin Madalena.——
—„Wenn die Ruhe einer Gebeugten,“ ſchrieb fie, „wenn der letzte Hoffnungsfunken einer Verzweifelten dem edlen Sohn der Fremde etwas gilt, wenn er im Waffenfelde das Mitleid nicht verlernte, wenn der Schutz verkannter Unſchuld ihm Pflicht iſt, und ſeine ritterliche Außenſeite nicht log, ſo wird er gewähren, was die Herzogin von ihm innigſt und dringend bittet, eine geſtern eingefangene Mohrin nur wenige Minuten lang in ihr Kabinet geleiten zu laſſen. Sie gehört dem Feindesla⸗ ger an, und wurde ſo eben unter den Fenſtern des lin⸗ ken Schloßflügels hin, wahrſcheinlich vom Saale des Kriegsgerichts, zurück geführt. Es gibt für die Herzo⸗ gin in dieſem Augenblicke, vielleicht im ganzen Leben, nichts Wichtigeres, als die Unterredung mit dieſer Schwar⸗ zen. Der General wird drum der Bitte Erfüllung geben, da er jeder Sorgfalt und Sicherheit Genüge leiſten kann, welche ſeine Pflicht ihm gebieten möchte.— Madalena.“—
Giovanna hatte mitgeleſen. Wer widerſtände ſolcher Beſchwörung! ſagte der Graf wehmüthig. Wie muß die ſchöne Seele zerrüttet ſein, daß ſie in ſolche Troſt⸗ loſigkeit verſank, und aller ihrer Hoheit ſich alſo begibt
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