Teil eines Werkes 
5 (1843)
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Phiole ſei ſilbern und blank, die das tödtende Gift ein⸗ ſchließt.

Warum mahnet Ihr mich gerade heute an das? fragte der Herzog mit halber Stimme. Heute, wo der Preis jener raſchen That mir verloren ſcheint! Aber recht ſo! Schwellt durch den Sturm der Erinnerung meinen Ingrimm auf zum ſchlingenden Meere; ſchüret das in⸗ nere Feuer bis zum veſuvianiſchen Ausbruch, daß ich heute das Alter vergeſſe und die weichliche Gewohnheit. Nein, ich will nicht umſonſt zerfallen ſein mit meinem Gewiſſen; ich will Raum haben für alle Wünſche dieſer Bruſt, und die bewaffnete Hand ſoll nicht zurückzucken, wo es das Herrſcherdaſein gilt. Dieſer geſtürzt und in Feindes Hand; mein Weib, der unzerbrechliche Thränen⸗ krug meines Lebens, der unfruchtbar⸗dörrende Feigen⸗ baum an meinem Wege, zum Kloſter; und die blühende Giovanna auf meinen Thron und an mein Herz! Eine verwegene Mitternacht ſoll das Alles gebären, ſoll die dunkle, reiche Mutter werden einer neuen Welt voll Sicherheit und Hochgenuß. Beordert alle Maſchinen un⸗ ſeres Willens in mein Kabinet! Ehe die Sonne finkt, ſei die furchtbare Pulvermine gegraben.

Vaſaldo runzelte die glatte Stirn und wollte reden; doch der Koſak am Thurmpförtchen ſalutirte mit Ge⸗ räuſch, und mit leuchtendem Auge und fröhlich⸗blühen⸗ dem Geſicht trat Graf Alexiew in die Kirche herab. Un⸗ ter ſeinem linken Arme glänzte die Waffe, feſt an das hohe Herz gedrückt; der große Hut, durch den ſchwarz⸗ ſchillernden Federwald umwogt, verlängerte noch die Achillesgeſtalt, und ſchwarze Locken kräuſelten ſich bis zum breiten Goldſchmuck der Achſeln hernieder.

Sieh da, Herr Herzog! rief er mit einer Art gut⸗