In der Schloßkapelle des Herzogs von.
es gar unheilig zu. Das fürſtliche Grabgewölbe ſtand geöffnet, und die Dienerſchaft ſchleifte Kiſten und Sil⸗ bergeräth, unbrauchbare Schätze für die Todten, die Marmorſtufen hinab. Auf der Vorplatte eines Seiten⸗ altars lagen bunte Ländercharten ausgebreitet und zwei knieende Offiziere bezeichneten mit Stecknadeln Truppen⸗ züge darauf und Heeresſtellungen. Gegenüber hielt ein rothbärtiger Koſak Wache vor dem engen Pförtchen des Schloßthurmes und ſchaute mit Blicken des weltlichſten Gelüſtes von ſeiner Wendelſtiege her auf den Reichthum, welcher dem Todtenreiche anvertraut wurde.
Der ruſſiſche General, Alexiew von Lieben, war ein⸗ gezogen in die kleine Herzogsſtadt, vorangeſendet von ſeinem grauen Feldherrn, den Anzug des Feindesheeres aufzuhalten, und der jugendliche Kriegsheld that Alles, dem Ehrenauftrage Ehre zu machen.
Die Stadt lag am Eingange eines Thals und be⸗ herrſchte mit ihren Felſenwällen und hohen Mauern den Weg in das innere Land, der eine Schlucht bildete, durch welche der Hauptſtrom und neben ihm hin die einzige Landſtraße ſich ſchlängelten. Vor der Stadt lag gedehnt die flache Ebene, fern von ſteigenden Bergeshöhen um⸗ kränzt.


