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Ausruf: Graf Solikow? Sie hier? hervor, den der Graf mit einer freundlichen Begrüßung und der Erklärung erwiderte, wie er ſich freue, neben ſeinem Feinde einen alten Bekannten und wackern Ehrenmann zu treffen. Der Begleiter des Grafen, ein ruſſiſcher Gardeoffizier von herkuliſcher Geſtalt, der durch die weiße Prachtuniform, den goldenen Helm, wie durch den Ernſt ſeines bär⸗ tigen Geſichts imponirte, maß ſchon die acht Pferde⸗ längen ab, die Solikow zur Schußweite beſtimmte, und zeigte dabei in den Wendungen und Paraden ſeines Schlachtroſſes den trefflichen Reiter. Man ſetzte ſich feſt in den Sätteln, zog die Piſtolen, ſpannte die Hähne und erwartete das Zeichen, um zugleich loszubrennen.
Unter dem Aſſeſſor brannte in dieſen wenigen Minu⸗ ten der Sattel wie ein Laurentiusroſt. Sein glücklicher Nebenbuhler, den er am Nordpol glaubte, ſtand plötz⸗ lich vor ihm, und wie Seifenblaſen zerplatzten alle ſeine Knabenträume und poetiſchen Hoffnungen, wenn er bei Kathinka erſchien. Aber er kannte auch des Lieutenants Stein fertige Sicherheit im Piſtolenſchießen, wußte, daß er das Pique⸗As zwiſchen den Fingern ſeines Reitknechts traf, und eben dieſelbe Minute, die ihm das höchſte Glück zu rauben beſtimmt ſchien, konnte ihn auf ewig von dem Nebenbuhler frei machen. Angſtſchweiß perlte ihm auf der Stirn; er zögerte, er ſchwankte; da dachte er ſich Kathinka's Duldergeſtalt, dachte ſich ihr Opfer, und der beſſere Menſch ſiegte in ihm. Er gab raſch ſeinem Gaule die Sporen, ſprengte mitten zwiſchen die verwunderten Duellanten und ließ ſich durch das don⸗ nernde Fluchwort des herkuliſchen Gardiſten nicht ſchrecken, deſſen blankes Schwert ihm dräuete.
Halt! rief er mit bebender Stimme; das Duell kann


