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Befleckten und Sündigen? Jeder Werſt, den die fliegen⸗ den, unverwüſtlichen Pferde durchtrabten, entführte ſie weiter fort von ihrem Paradieſe, von den Schätzen ihres Herzens, und—— ohne Heimkehr, ohne Hoffnung des Wiederſehens, das ſtand klar und feſt wie Steinſchrift vor ihrem innern Auge. Der Fürſt ſaß ſchweigend im Wagenwinkel, ſein einzelner Ausruf, mit dem er den Kutſcher trieb, tönte hart und barſch durch die Nacht; Kathinka hörte in dieſen Tönen die Prophezeihung einer harten Zukunft. Unausgeſetzt durch Tag und Nacht eil⸗ ten die Flüchtigen der Grenze zu, kaum den Roſſen dann und wann einige Stunden Ruhe gönnend, kaum den Menſchen die nöthige Erquickung erlaubend. Ihrer Sicherheit wegen mußte die Landſtraße bald verlaſſen werden, aber Stenko kannte die Waldwege des Landes genau und der Fürſt konnte ihm vertrauen. Auch die Fürſtin gewann bald die Feſtigkeit wieder, die ihrem Charakter eigen war; die Reizbarkeit ihrer Nerven hatte ſich abgeſtumpft an den Eindrücken der Schreckensſtunden, die Seele behielt den Sieg über den zarten Körper, und alle Tugenden der Kindesliebe entfalteten ſich an ihr in der Sorgfalt für den Vater. Sie ertrug die Beſchwer⸗ den des Wegs, der Jahreszeit ohne Murren; ſie hörte das nächtliche Geheul der wüthenden Wölfe, die den Wagen verfolgten, und die der Vater oft durch Piſtolen⸗ ſchüſſe verjagen mußte, ohne Furcht; ſie ſchlief in den unreinlichen polniſchen Judenſchenken ohne Klage, und als der Wagen zerbrach, als der verwundete Vater in Nacht und Eis lag in der Wildniß des unwirthbaren Holzes, trug ſie ſtark mit Stenko's Hülfe den Fürſten in das nächſte Grenzdorf, führte ſelbſt die erkauften Helfer an das Holz zurück, die Gepäcke und Pferde zu ſichern.—


