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könnte Dich Deine Tochter verlaſſen.— Sie ſant erſchöpft an ſeine Bruſt, und aufthauend aus dem ſtarren Froſte des Schreckens und der Verzweiflung gab der Fürſt jetzt ſeine Befehle. Bald war das Nöthige gepackt, der leichte Jagdwagen rollte aus dem Hofe, und ehe noch der Tu⸗ mult der Empörung, die jedes Herz erſchüttert hatte, in der Kaiſerſtadt ſo ganz geſtillt worden, daß man an Thorſperren und Verfolgungsbefehle der Flüchtigen hätte denken können, rollte ſchon das leichte Fuhrwerk mit dem zerknirſchten Vater und der getreuen Tochter in Windeseile über die ſchneebedeckte Landſtraße dem retten⸗ den Süden zu.—
Kathinka's Seelenzuſtand in dieſen Augenblicken ſpot⸗ tete jeder Beſchreibung, und die Feder des kühnſten Pſychologen würde unvermögend ſein, ihn in ſeinen tiefen Schattirungen, ſeinen ſcharfen, ſchneidenden Zü⸗ gen hinzumalen. Ihr war, als ſei ſie geſtorben, das ſchöne Leben läge hinter ihr zerſtört mit der lieben Erde durch ein feuriges Meteor; auf einem Eisfelde eines leeren Planeten ſei ſie erwacht aus dem großen Grabe, und zu einem öden, traurigen Daſein verdammt wor⸗ den für fremde Schuld. Das Opferwort der Liebe, am Altare der Kindespflicht ausgeſprochen, die grauſige Er⸗ ſchütterung, als ſie auf dem Vorplatze dem gräßlich zerſchmetterten Körper des Hauptmanns begegnen mußte, hatte ihr ganzes Weſen gewandelt, zerdrückt. Sie fühlte nicht die grimme Kälte der Winternacht, in ihr war es kälter und ſtarrer geworden, ſie fühlte ſich gelöſet von der Liebe und mit ihr vom Leben, ſie war dem eiſernen Schickſal, dem Tode verfallen; und was hatte ſie ge⸗ than, was hatte jener edle Jüngling gethan, den ſie kannte wie einen Reinen und Fleckenloſen unter den


